Christkindwiegen 2025

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Christkindwiegen bei eisigen Temperaturen

Am Heiligen Abend konnte das traditionelle Christkindwiegen wieder vom Turm der Bad Wildunger Stadtkirche aus stattfinden. Nach einer zweijährigen Unterbrechung, aufgrund von Bauarbeiten, erklommen insgesamt acht Musikerinnen und Musiker des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr zusammen mit drei Helfern und einigen Besuchern voller Vorfreude den Kirchturm.

Oben angekommen erwartete die Musiker eine eisige Überraschung. Bei minus 10 Grad versagten die Instrumente – die Ventile der Trompeten, die Klappen der Holzbläser und die Züge der Posaunen stellten ihren Dienst ein, sodass so mancher Ton und so manche Stimme nicht zu hören waren. Die Tuba stellte ihren Dienst ganz ein und konnte auch nicht „wiederbelebt“ werden.

Trotz der kalten Temperaturen hatten sich ab 21:30 Uhr wieder viele Zuhörer rund um die Stadtkirche eingefunden, um dem Christkindwiegen beizuwohnen. In Richtung Osten erklang „O du Fröhliche“, gen Süden „Tochter Zion“, gen Westen „Stille Nacht“ und gen Norden „Alle Jahre wieder“.

Die Musiker hoffen, dass die Zuschauer die ungewöhnlichen Klänge als charmante Überraschung genossen haben und freuen sich schon auf das nächste Mal, dann hoffentlich bei milderen Temperaturen.

Alten Überlieferungen zufolge hat es bereits im Jahr 1543 ein Christkindwiegen in Bad Wildungen gegeben. Der Brauch stammt von der überlieferten Meinung, dass das Christkind vom Himmel herabgekommen sei und im Stübchen des Turmwächters in den Schlaf gesungen werden müsse.

Im Jahr 1896 ließen musikfreudige Bürger, die sich zu einem Musikverein zusammenschlossen, den Brauch wieder aufleben; seit dem Jahr 1974 führt der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr das Christkindwiegen durch.